Nabelschnurblut einlagern

Die Geburt Ihres Kindes ist die einmalige Chance um Millionen junge, vitale Stammzellen aus dem Nabelschnurblut einfach und risikofrei, zum Wohl Ihres Kindes, zu sichern.

Stammzellen besitzen Reparatur- bzw. Regenerationseigenschaften. Je nachdem, in welchem biologischen Milieu sie sich befinden, sind sie in der Lage, außerhalb des Körpers bestimmtes Gewebe oder Gewebetypen neu zu bilden, um diese dann später im Körper des Patienten durch krankes Gewebe zu ersetzen. Diese Eigenschaft lässt sie besonders bei einigen schweren unheilbaren Erkrankungen zu einem wichtigen Baustein werden, der relativ unkompliziert und kostengünstig zu gewinnen und zu lagern ist. Die Stammzellen werden nach der Gewinnung aufbereitet und eingelagert – genauergesagt sie werden eingefrohren. Sie können auch nach vielen Jahren bei Bedarf wieder aufgetaut werden und entfalten ihren vollen Therapienutzen.

Die Geburt eines Kindes ist die einmalige Möglichkeit um Nabelschnurblut einlagern zu können und Stammzellen mit einem hohen Teilungs- und Entwicklungspotenzial zu sichern. Für Eltern stellt das Nabelschnurblut einen wichtigen Baustein in der Vorsorge ihres Kindes dar, es lässt sich nicht vorhersehen, ob ein Kind später auf eine Behandlung mit den eigenen Stammzellen angewiesen sein wird.

Nabelschnurblut und seine Einlagerung

Nabelschnurblut-stammzellen Bei der Geburt eines Kindes enthält das Blut in der Nabelschnur, ebenso wie das Gewebe der Nabelschnur selber und das kindliche Blut in der Plazenta, eine große Anzahl von jungen Stammzellen. Diese zeigen zwar nicht mehr alle Eigenschaften der ursprünglichen embryonalen Stammzellen, sind wegen ihres jugendlichen Alters jedoch wesentlich potenter als andere adulte (erwachsene) Stammzellen, z.B. solche aus dem Knochenmark. Darüber hinaus sind im Nabelschnurblut ebenfalls hochwirksame Immunzellen enthalten. Man kann Nabelschnurblut einlagern, dies ist mit geringem Aufwand machbar. Einiges von dem, was hier über Nabelschnurblut gesagt wird, gilt für die Nabelschnur selber ebenso. Lässt man Nabelschnurblut einlagern, so ist es im Bedarfsfalle sofort verfügbar.

Funktion und Eigenschaften von Stammzellen

Stammzellen, in einem späteren Stadium ihrer Entwicklung auch Progenitorzellen (Vorgängerzellen) genannt, haben die Fähigkeit, alle anderen Zelltypen hervorzubringen: Muskelzellen, Hautzellen oder spezialisierte Zelltypen wie Nerven-, Leber-, Herz- und Gehirnzellen. Sie sind in gewisser Weise die Basiszellen des Körpers. Ähnlich embryonalen Stammzellen, die aus dem Embryo das entwickelte, lebensfähige Kind entstehen lassen, und adulten Stammzellen, die aus dem Kind einen Jugendlichen und später den Erwachsenen entstehen lassen, und die ein Leben lang für die Regeneration des Körpergewebes sorgen, können aus Nabelschnur- oder Plazentablut gewonnene Stammzellen somit abgestorbenes oder entferntes Gewebe von Neuem aufbauen und auf diese Weise Verletzungen oder Erkrankungen heilen. Dies ist einer der wichtigsten Gründe, um Nabelschnurblut einlagern zu lassen.

Vorkommen von Stammzellen

Embryonale Stammzellen existieren lediglich im frühesten Stadium der menschlichen Entwicklung, kurze Zeit nach der Befruchtung. Sie entwickeln sich aus der befruchteten Eizelle, wenn diese sich die ersten Male teilt. Embryonale Stammzellen sind in der Lage, jedwedes Gewebe zu bilden – eine Fähigkeit, die den adulten Stammzellen, auch denen aus Nabelschnurblut, abgeht. Dennoch ist Nabelschnurblut die ideale Quelle für Immunstoffe, und es erscheint vernünftig, zumindest um der Konservierung dieser darin enthaltenen Immunstoffe willen Nabelschnurblut einlagern zu lassen.

Erwachsene (adulte) Stammzellen, zu denen die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zählen, kommen im menschlichen Körper in verschiedenen Gewebearten vor; hauptsächlich im Knochenmark und in der Haut, daneben in geringerem Maße z.B. im Fettgewebe. Aus ihnen werden das ganze Leben über ständig neue Zellen gebildet.

Ebenso wie der menschliche Körper im Ganzen, altern Stammzellen ebenfalls. Je jünger sie sind, umso größer ist ihre Fähigkeit zur Regeneration des menschlichen Gewebes. Lässt man Nabelschnurblut einlagern, so bleiben die darin enthaltenen Stammzellen für lange Zeit verfügbar.

Vorteile von Nabelschnurblut

Im Nabelschnurblut sind ausgesprochen junge Stammzellen enthalten. Diese können leicht und für Mutter und Kind gefahrlos gewonnen werden, vor allem, wenn man Nabelschnurblut einlagern lässt, um es später therapeutisch einzusetzen. Diese Möglichkeit zur Gewinnung von Stammzellen unterscheidet sich von anderen, etwa der seit langem gebräuchlichen Entnahme aus dem Knochenmark, da die letztere für den Spender aufgrund des hierzu notwendigen Eingriffs mit Risiken und eventuell mit Schmerzen verbunden sind. Aus diesem Grunde wird sie kaum noch angewandt, auch darum sollte man Nabelschnurblut einlagern lassen.
Darüber hinaus besteht bei Nabelschnurblut, wie verschiedene klinische Studien zeigen, ein wesentlich geringes Risiko, dass es mit Viren oder entarteten, Krebs bildenden Zellen belastet ist, als bei herkömmlichen späteren Eigenblutspenden. Dies ist zum einen auf die im Nabelschnurblut noch enthaltenen hochpotenten Immunzellen und zum anderen auf das jugendliche Stadium der Stammzellen zurückzuführen. Die Nabelschnur selber kann man ebenso wie das Nabelschnurblut einlagern.

Neben der Tatsache, dass bei der Verwendung von embryonalen Stammzellen ein hohes Risiko einer malignen (bösartigen) Entartung gegeben ist, die an Stammzellen aus Nabelschnurblut bei klinischen Studien bisher noch nicht beobachtet wurde, sprechen auf jeden Fall ethische Bedenken gegen die Verwendung embryonaler Stammzellen zu therapeutischen Zwecken. Dies sind weitere Gründe, aus denen man Nabelschnurblut einlagern sollte, damit die Stammzellen darin erhalten bleiben, um etwa für eine Stammzellentherapie zur Verfügung zu stehen.

Es gibt, wie man aus dem Vorgesagten erkennt, eine Reihe von Gründen, warum man Nabelschnurblut einlagern sollte. Noch ein weiterer Grund, aus dem man Nabelschnurblut einlagern kann, sind dessen therapeutischen Verwendungsmöglichkeiten.

Therapeutische Verwendung von Stammzellen

Bereits während ihrer Schwangerschaft sollten Sie sich mit dem Thema der Einlagerung von Nagelschnurblut auseinandersetzen. Bei einer später eventuell erforderlichen Therapie des Betroffenen oder von nahen Verwandten kann es von Vorteil sein, wenn autologe (körpereigene) oder zumindest genetisch ähnliche Stammzellen zur Verfügung stehen.
Gegenwärtig werden Stammzellen bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt. Aus der Tatsache, dass man Nabelschnurblut einlagern kann, ergeben sich umfangreiche therapeutische Möglichkeiten und Chancen für das neugeborene Kind wie für dessen Eltern. Die Möglichekeiten einer Stammzellentherapie reichen von der Regeneration des Blutes nach einer das Knochenmark schädigenden chemotherapeutischer Behandlung einer Leukämie oder eines Lymphoms über die Behandlung von organischen Schäden am Nervensystem, etwa nach Wirbelsäulenverletzungen oder einem Morbus Parkinson, bis zu einer Regeneration des Herz- oder Innenohrgewebes nach einem dort erlittenem Infarkt, einem Herzinfarkt oder einem Hörsturz – ein weiterer Grund, um Nabelschnurblut einlagern zu lassen.

Was sind Stammzellen?


Als Stammzellen bezeichnet man diejenigen Zellen des menschlichen Körpers, die in der Lage sind, neue Zellen anderer Zelltypen zu bilden. Aus einer Stammzelle kann eine Muskel-, Leber- oder eine Nervenzelle werden, auch rote und weiße Blutkörperchen werden im Knochenmark aus Stammzellen gebildet.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten, embryonale und adulte (erwachsene) Stammzellen. Embryonale Stammzellen können können sich in jede Art von Gewebe ausdifferenzieren, während diese Fähigkeit bei adulten Stammzellen auf diejenige Gewebeschicht eingeschränkt ist, zu welcher sie gehören. Solche adulten (postnatalen) Stammzellen kommen im menschlichen Körper hauptsächlich im Knochenmark vor, daneben in der Haut sowie im peripheren Blut, das im Blutkreislauf zirkuliert. Im Nabelschnurblut sind während und kurz nach der Geburt ausgesprochen viele junge Stammzellen enthalten, und man kann die hieraus gewonnen Stammzellen einlagern. Daher greifen immer mehr junge Eltern zu den Möglichkeiten die Ihnen die moderne Medizin ermöglicht, um die Zukunft und Gesungheit Ihres Kindes zu sichern, und lassen Nabelschnurblut einlagern.

Wie werden Stammzellen gewonnen?


Zur Entnahme von Stammzellen werden drei Methoden angewandt: Entnahme aus dem Knochenmark, aus dem peripheren (umlaufenden) Blut sowie aus Nabelschnurblut. Da die Entnahme aus dem Knochenmark wegen des hierzu notwendigen Eingriffs für den Spender mit Schmerzen und Risiken verbunden ist, wird sie heute nur noch selten angewandt. Stattdessen regt man die Ausschüttung von Stammzellen in das Blut durch die Gabe bestimmter Medikamente an, um die Stammzellen daraufhin durch eine Art Blutwäsche zu herauszufiltern. Der Nachteil beider Methoden ist, dass man keine der auf diese Weise gewonnen Stammzellen einlagern kann.

Die dritte Methode, die Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut, stellt im Grunde die beste Quelle dar, weil diese Stammzellen noch jung sind und darum eine höhere Differenzierungsfähigkeit und Teilungsrate aufweisen. Darüber hinaus birgt ihre Gewinnung kein größeres Risiko für Mutter und Kind, hierzu wird das kindliche Blut aus Nabelschnur und Plazenta, das bei der Geburt ohnehin verloren gehen würde, aufgefangen. Allein die hieraus gewonnenen Stammzellen können eingelagert werden.

Warum sollte man Stammzellen einlagern?


Stammzellen werden in der Medizin zur Behandlung einiger Krankheiten, wie z.B. Leukämie, angewandt. Ebenso werden Heilungsprozesse nach Infarkten durch die Gabe von Stammzellen beschleunigt. Für eine Reihe dieser Behandlungsmethoden sind autologe (körpereigene) Stammzellen erforderlich, für andere heterologe (körperfremde). Lässt man Stammzellen einlagern, können diese später zur Therapie des Kindes selber oder seiner Verwandten, z.B. Geschwister, angewandt werden. Da gegen den Gebrauch embryonaler Stammzellen erhebliche ethische Bedenken bestehen, ist dies zur Zeit die einzige Möglichkeit, um junge, vitale Stammzellen einlagern zu lassen.

Wie kann man Stammzellen einlagern?


Um aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen einlagern zu können, werden diese in flüssigem Stickstoff gekühlt aufbewahrt (Kryokonservierung). Dies wird sowohl von privaten Anbietern als auch von öffentlichen Nabelschnurblutbanken praktiziert.

Lagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut: Nach sorgfältiger Aufbereitung wird das Nabelschnurblut in Stammzellen und Blut separiert und in Spezialbehältnissen bei ca. minus 200 Grad Celsius schonend eingefroren und eingelagert. Dabei unterliegen die einzelnen Phasen ständigen Kontrollen von Fachärzten. Es ist dann mehrere hundert Jahre haltbar. Die Stoffwechselprozesse sind fast völlig reduziert. Nach dem Auftauen entfaltet das Blut wieder seine therapeutischen Eigenschaften. Viele Nabelschnurblutbanken frieren zwei Portionen ein, um eine mehrfache Entnahme zu ermöglichen.

Für die Einlagerung von Stammzellen existieren private und öffentliche Nabelschnurblutbanken bzw. Stammzellbanken. Die Entscheidung, wo das Nabelschnurblut des eigenen Kindes eingelagert werden soll, liegt immer in der Hand der Eltern.

Die Vor- und Nachteile beim Einlagern des Nabelschnurblutes in einer privaten Nabelschnurblutbank:

• Das Nabelschnurblut bleibt Eigentum der Elter / des Kindes, sie können jederzeit auf das Nabelschnurblut zugreifen.
• Nutzung des Zukunftspotenzial der Stammzellen; es lässt sich in ein paar Jahren evtl. sogar infarktgeschädigtes Herzgewebe reparieren.
• Es fallen Gebühren für die Aufbereitung und das Einlagern an.
• Die meisten privaten Nabelschnurblutbanken bieten eine Spendenoption an.
• Erstattung der Gebühren, wenn das Nabelschnurblut an einen kranken fremden Empfänger gespendet wird.

Die Vor- und Nachteile beim Einlagern des Nabelschnurblutes in einer öffentlichen Nabelschnurblutbank:

• Das Blut steht weltweit kranken Menschen zur Verfügung
• Die Einlagerung ist meist kostenfrei
• Die Eltern / das Kind haben keinen direkten Anspruch auf das gespendete Nabelschnurblut. Sie können es, genau wie alle andere Patienten, anfordern, sind bei der Auswahl jedoch nicht besser gestellt.

Stammzelltherapie

Eine Stammzelltherapie kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden (2010: 47 % der Stammzelltherapien fanden bei Erwachsenen statt). Das Körpergewicht des Patienten entscheidet über die Menge der Stammzellen; je schwerer der Patient ist, desto mehr Stammzellen benötigt er. Die Ausnahme bildet die Regenerative Medizin, hier genügen zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers nur ganz wenige Stammzellen.

Therapien mit eigenen Stammzellen

Bei der Therapie mit eigenen Stammzellen sind Abstoßreaktionen des Körpers ausgeschlossen. Deshalb werden für die Stammzelltherapien die eigenen Stammzellen bevorzugt (2010: in 60 % aller Therapien). Für viele Krebserkrankungen sowie in der Regenerativen Medizin finden die köpereigenen Stammzellen Verwendung.
Anwendungsgebiete:
• Lymphome
• Tumore
• Autoimmunerkrankungen
• Regenerative Medizin
• Herz-Kreislauferkrankungen

Therapien mit Stammzellen eines verwandten oder fremden Spenders

Bei genetisch veranlagten Erkrankungen (zum Beispiel Leukämie, Blut- oder Stoffwechselerkrankungen) werden Stammzellen eines verwandten oder fremden Spenders eingesetzt, um die Krankheit nicht erneut auszulösen.
Anwendungsgebiete:
• Leukämie
• Blutbildungsstörungen
• Genetische Erkrankungen