Brandschutzgutachter

In der deutschen Statistik brennt es gewaltig. Die Alarmsirenen läuten in hoher Frequenz, die konkreten Zahlen bewegen sich jedoch nur träge entlang des Fluchtweges. Aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes für 2010 geht hervor, dass die Anzahl der Brandopfer kollektiv zurückgeht, der Anteil an Privatpersonen jedoch auf 80 Prozent angestiegen ist. Der verstärkte Einsatz von Brandschutzgutachtern sorgte im gewerblichen Sektor hingegen für eine signifikante Reduktion des Brandaufkommens.

Brandschutzgutachter: Planer, Manager und Ingenieur
Nach Definition handelt es sich bei einem Brandschutzgutachter um einen Sachverständigen, welcher sich mit der Sicherung von bautechnischen Brandherden beschäftigt sowie Konzepte zum organisatorischen Brandschutz entwirft. Die Bezeichnungen Gutachter oder Sachverständiger besitzen keine rechtliche Dimension, werden jedoch durch offizielle Institutionen verifiziert. Im Bundesgebiet übernehmen die Industrie- und Handelskammern (IHK) die staatliche Aufgabe, Sachverständige im Bereich des Brandschutzes zu bestellen und zu vereidigen. Die Kompetenzen, welche einen potenziellen Kandidaten qualifizieren, werden entweder über langjährige Berufserfahrung erworben oder durch einen fachspezifischen Studiengang vermittelt. Die konkreten Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Brandschutzgutachter umfassen dabei Kenntnisse im Bauingenieurwesen sowie der Baustoffkunde, Vertrautheit mit der Einsatzplanung der Feuerwehr und ein solides technisches Verständnis von präventiven Brandschutzanlagen.

Brandschutzgutachter: Präventiv und effektiv
Das berufliche Leistungsspektrum eines Brandschutzgutachters konzentriert sich in erster Linie auf die Beratung von Bauherrn und Betreibern von Sonderbauten. Besonders Hochhäuser, öffentliche Gebäude, Einkaufszentren und Krankenhäuser verlangen nach einem effektiven Brandschutz als elementaren Bestandteil der Bauplanung sowie der Instandhaltung des Gebäudekomplexes. Im weiteren Zuständigkeitsbereich befindet sich jedoch auch die Prüfung der rechtlichen Anforderungen der einschlägigen Musterbauordnung (MBO) sowie des Arbeitnehmerschutzgesetzes (ASchG) und die planerische Zusammenarbeit mit der Feuerwehr im Rahmen des abwehrenden Brandschutzes. Ziel dieser beratenden und planenden Tätigkeit ist die Festsetzung präventiver Vorkehrungen, welche das Risiko für die Entstehung von Bränden stark einschränken und den erlittenen Schaden im Falle eines Brandes auf ein Minimum reduzieren. Die Komplexität und Vulnerabilität von Sonderbauten erfordern in diesem Kontext eine intelligente Abstimmung zahlreicher Brandschutzmaßnahmen und macht die Expertise eines Gutachters unverzichtbar.

Brandschutzgutachter: Vorausschauende Planung und exakte Kalkulation
Schon vor dem ersten Spatenstich sollten die gesetzlichen Anforderungen zum Brandschutz genau geprüft und in die Bauplanung einbezogen werden. Besondere Bauwerke sind dementsprechend in mehrere Brandabschnitte aufzugliedern, damit ein potenzieller Gebäudebrand auf einzelne Sektionen isoliert werden kann. Die Simulation des Brandverhaltens der verwendeten Baustoffe sowie die Berechnung des Feuerwiderstandes einzelner Bauteile ist dabei die unverzichtbare Aufgabe eines Sachverständigen. Des Weiteren ist es erforderlich, dass jeder Gebäudeabschnitt einen Fluchtweg ausweist, der zeiteffizient zu einem offiziellen Notausgang führt. Die Verantwortung eines Brandschutzgutachters ist es demnach, diese baurechtlichen Vorschriften mit dem anlagetechnischen Brandschutz abzustimmen. Dieser Bereich umfasst die Installation von Alarmsystemen, Feuerlöschanlagen, Blitzableitern oder Rauchabzugsanlagen und legt die Grundsteine für den organisatorischen Brandschutz. Neben der bautechnischen Planung befasst sich ein Sachverständiger auch mit der Überprüfung vorhandener Brandschutzmaßnahmen wie z.B. der Instandhaltung von Feuerlöschern, Rauchmeldern und Schutztüren. Auch die Erstellung einer Brandschutzordnung, die Ausstellung von Erlaubnisscheinen für Heißarbeiten oder die regelmäßige Ausführung von Feueralarmübungen fallen in den weiteren Aufgabenbereich eines Gutachters.

Fazit: Sichern statt Versichern
Anhand der zuvor angesprochenen Statistik wird ersichtlich, dass der gewerbliche und öffentliche Sektor die Bedeutung eines Sachverständigen erfasst haben. Eine ausführliche Beratung beim Neubau oder hinsichtlich einer Renovierung birgt jedoch auch für Privatpersonen erhebliche Sicherheiten für die persönliche Unversehrtheit, wie auch für das eigene Portemonnaie. In Anbetracht dessen, dass 70 Prozent aller Brandopfer nachts im Schlaf überrascht werden, kann die Installation eines einfachen Feuermelders unter Umständen Leben retten. Die erschreckende Tatsache, dass lediglich 7 Prozent aller deutschen Privathaushalte über einen funktionstüchtigen Brandmelder verfügen, liegt in dem Qualitätsmangel vieler Anbieter. Ein Brandschutzgutachter ist jedoch in der Lage zuverlässige Systeme zu empfehlen und diese direkt auf hochwertige Löschanlagen abzustimmen. Entsprechende Trennwände und Schutztüren können ebenfalls gewährleisten, dass ein Küchenbrand nicht auf weitere Wohnräume übergreifen kann. Für größere Sicherheit im Eigenheim können die Dienste eines Sachverständigen auch in Anspruch genommen werden, um weitere potenzielle Brandherde zu lokalisieren und diese zu sichern. Mit einem zunehmenden Aufkommen an elektronischen Geräten und freiliegenden Kabeln entsteht ebenfalls die Notwendigkeit, das Eigenheim professionell gegen den Hausbrand zu schützen.