Geschichte des Radios

Der Detektorenempfänger

Bis zum Anfang der zwanziger Jahre gab es Radios, so wie wir sie kennen, noch nicht. Damals begnügten sich die Menschen mit Detektorenempfänger. Diese unterscheiden sich gänzlich von den uns bekannten Radioempfängern. Es waren meist hölzerne Gehäuse mit nur einem Drehknopf und einer aufgesetzten Spule. Über Lautsprecher verfügten diese Modelle nicht. Für die akustische Wahrnehmung benötigte man Kopfhörer, und somit konnte je nur eine Person Radio hören. Hinzu kam die Tatsache, das der Detektorempfänger in der Nähe zum Sender stehen musste, da die Reichweite sehr gering war. Alles in allem war das die Kinderstube unseres Radios

Das Röhrenradio

Im Jahre 1924 löste das Röhrenradio den Detektorempfänger ab. Dies geschah bei der ersten deutschen Funkausstellung, und revolutionierte das Verbraucherverhalten der Zuhörer. Nun war es möglich die ganze Familie an Radiosendungen teil haben zu lassen, da diese Modelle verstärkt waren, und Lautsprecher den ganzen Raum beschallen konnten. Die Radiostation sendete allerdings nicht, so wie heute, rund um die Uhr. Es standen lediglich eine bis drei Stunden Programm täglich an. Für viele Menschen war es der Höhepunkt des Tages, etwas worauf man sich richtig gefreut hatte! Mit den heutigen Zeiten nicht zu vergleichen. Es wurden Hörspiele wie Krimis gesendet, Quiz-Sendungen sowie Nachrichten. Das Wohnzimmer, wo das Röhrenradio zu stehen pflegte, war somit zum Haupt und Mittelpunkt der Familien geworden. Man bedenke nur den Effekt wenn plötzlich im Raum eine ferne, fremde Stimme Nachrichten, Wetter und sonstige Mitteilungen vorspricht. Es war wahrhaftig ein Quantensprung in der Unterhaltungsindustrie.

Der Volksempfänger

1933 kam der Volksempfänger auf den Markt. Für nur 76 Reichsmark ein durchaus erschwingliches Gerät. Wer bis dato kein Radio besaß, der konnte das nun endlich nachholen. Sicher war es kein Zufall das der Volksempfänger erschwinglich geworden war, denn dadurch bestand für jeden Haushalt die Möglichkeit, sich der Propaganda der damaligen Staatsführung auszusetzen.

Tatsächlich stehen Krieg und technischer Fortschritt im unmittelbaren Zusammenhang. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mikrowellenherd, dessen Ursprung im militärischen Bereich zu finden ist. Navigationsgeräte wie wir alle sie im Alltag nutzen diese funktionieren mit Hilfe von GPS das wiederrum eine militärische Entwicklung ist. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie der Mensch Erfindungen multifunktionell und effizient nutzt. Leider nicht immer im positiven Sinne.

Transistorradio vs. Röhrenradio

In den 50er Jahren, mit der neuen Generation von Röhrenradios, begann das HiFi-Zeitalter. Mit Hilfe dieser überarbeiteten Röhren war man in der Lage die Klänge genauer wieder zu geben. Es entstand so eine Art Raumklang der klarer und satter wahr genommen wurde. Ebenso im Angebot gab es Modelle mit integrierten Bandabspielgeräte, was dem Radio einen noch höheren Stellenwert vergab. Am Ende des Jahrzehntes wurde ebenso das Transistorradio geboren. Die Transistoren verdrängten die Röhren. Das Radio wurde kleiner, handlicher, leichter und stromsparender kurzum: das Kofferradio wurde erfunden. Das übertraf alle bis dahin gekannten Modelle. Die Menschen konnten nun überall ihre Lieblingssendung verfolgen. Allerdings war die Klangqualität sehr statisch. Mit dem warmen Klang der Röhrenempfänger konnten die Transistorradios nicht konkurrieren, erfreuten sich aber wegen ihrer Mobilität, zunehmender Beliebtheit.

Nun ist es so, das ein Leben ohne Radio undenkbar geworden ist. Im Haushalt, im Auto auf dem Weg zur Arbeit, in der Freizeit das Medium ist ein schier unverzichtbarer Begleiter geworden, der uns in allen Lebenslagen treu zur Seite steht. Kaum ein Mensch wird wohl freiwillig darauf verzichten wollen.

Röhren fanden / finden allerdings nicht nur in Radios ihre Verwendung. Ebenso werden sie in E-Gitarrenverstärker, bzw. E-Bassverstärker und in den Tonstudios eingesetzt. Hierbei kommt es nicht auf eine exakte Wiedergabe der Klänge an. Viel mehr ist die Röhre als Mit Bestandteil des jeweiligen Instrumentes zu betrachten. Es verleiht dem Instrument eine individuelle Note. Man spricht von einem warmen Klangbild, was den typischen Röhrensound ausmacht.